Lebenshaus Trossingen

Lebenshaus

Genügt unser soziales Netz?

Unsere Gesellschaft verfügt über ein soziales Netz, das den Einzelnen in Notfällen weitgehend wirtschaftlich absichert. Das Sozialsystem ist jedoch zunehmend überfordert, Menschen in Krisensituationen menschliche Geborgenheit zu geben. So nimmt in unserer auf Leistung und Profit hin orientierten Gesellschaft die Vereinzelung zu und die gegenseitige Solidarität ab.

Aus dieser Einsicht beschloss ein Freundeskreis in der Region Schwarzwald-Baar, Defizite nicht nur zu benennen, sondern eine heilsame Alternative zu suchen und neue Formen des Zusammenlebens zu verwirklichen. In Anlehnung an die Idee der Großfamilie sollten Große und Kleine, Gesunde und Kranke, Junge und Alte einen Platz auf Zeit in einer familienähnlichen Gemeinschaft finden. Dort leben sie entsprechend ihren Bedürfnissen nach Freiheit und Geborgenheit und lernen, mit ihren Schwierigkeiten umzugehen, aber auch ihre Möglichkeiten und Perspektiven zu entdecken.

Eine Initiative in Trossingen

Um einer solchen Arbeit die nötige Rechtsgrundlage zu geben, wurde im Sommer 1985 der Verein "Lebenshaus, ökumenische Gemeinschaft für soziale Integration e.V.", gegründet, der steuerlich als gemeinnützig und mildtätig anerkannt ist. 1986 konnte ein ehemaliges Kontorgebäude erworben und umgebaut werden. In ihm wohnen seither eine oder zwei Familien und Einzelpersonen als "Kernfamilie". Weitere sieben Zimmer werden befristet an Menschen vermietet, die mit der Kernfamilie eine Hausgemeinschaft bilden. Im Laufe der letzten 20 Jahre nutzten etwa 150 Menschen dieses Angebot. Außerdem sind weitere Lebenshäuser im süddeutschen Raum entstanden: Freiburg-Heitersheim, Gammertingen, Chiemsee.

Alternative Arbeitsplätze

Die Erfahrung hat gezeigt, dass es für viele der aufgenommenen Menschen schwierig ist, in der heutigen Leistungsgesellschaft einen Arbeitsplatz zu finden und zu halten. Daraus entstand der Wunsch eigene Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Hierzu wurde 1991 in Trossingen ein weiteres Gebäude gekauft und die kleine Feinkostmanufaktur "Nudelhaus" gegründet, welche inzwischen weit über die Region hinaus bekannt ist. Es werden frische, gefüllte und getrocknete Teigwaren und Gebäcke hergestellt. In der Produktion und in den eigenen Läden finden 30 Personen eine Beschäftigung.

Offen für die Gemeinde und Region

Das Lebenshaus versteht sich als Teil der kommunalen Gemeinschaft und der Region und baut auf deren Annahme und Unterstützung. So finden in den Gemeinschaftsräumen auch Veranstaltungen statt, die für jedermann zugänglich sind.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und sind für eine Mitgliedschaft, Spenden oder zinslose Darlehen dankbar.